Sonntag, 7. Mai 2017

#Reisebericht: Weihnachten unter Hammerhaien - Malpelo im Dezember

Ziel:           Panama / Kolumbien
Tauchregionen:  Malpelo
Tour-Operator:  MV Yemaya II / Tauchertraum
Reisezeitraum:  24.12.2016 - 07.01.2017



Weihnachten Übersee. Das habe ich mich bisher noch nicht getraut. Zu groß war die Angst vor Oma. Doch für Malpelo wage ich es. Und am Morgen des Heiligen Abends beginnt unsere Reise. Zugegeben, der just beendete Cocos-/Malpelo-Trip lies mich etwas verunsichert zurück. Cocos war berauschend, aber in Malpelo hatten wir sachlich betrachtet jede Menge Glück mit den Walhaien und Silkies außerhalb der Saison. Nun wäre es noch weiter außerhalb der Saison. Inmitten der Kaltwassersaison und dem Hammerhai-Hoch. Aber von denen haben sich im November noch relativ wenige Blicken lassen. Der Tourbericht des vorangegangenen Trips las sich jetzt auch nicht wie ein Begeisterungssturm. Und dann kam noch das Wetter hinzu. Häufig strömender Regen und eine arg schauklige See. Es lag durchaus im Bereich der realistischen Szenarien dass meine Freundin mich für dieses absolute "Highlight" einen Kopf kürzer macht und dies das letzte gemeinsame Fest gewesen wäre. Und so bricht auch aus dem größten Atheist das ein oder andere Stoßgebet hervor es möge schon alles nicht so schlimm werden.

Die Anreise:
Und es wurde schlimm...
Also tigern wir voller Vorfreude und Hoffnung an den Iberia-Schalter in Frankfurt und kassieren den ersten Fausthieb. Der Flug ist überbucht. Man schaue nach Alternativen, aber da sehe es schlecht aus. Gedanklich ist mir zu diesem Zeitpunkt bereits dreimal die Halsschlagader geplatzt. Der Super-GAU wäre perfekt. Aber vermutlich meine Oma beruhigt. Wir mögen zum Gate gehen und dort warten. Das Boarding ist fast beendet, da kommt die erlösende Nachricht, dass wohl doch zwei Plätze frei sind und wir mitkönnen. Ob wohl eine andere Oma nicht so kulant war? Uns egal, wir stürmen zu unseren Plätzen und krallen uns darin fest. Bei der Zwischenlandung in Madrid sehe ich sogar wie mein Tauchgepäck entladen wird. Der Puls bewegt sich wieder auf zweistellige Werte zu. 
Der Abflug von Madrid nach Panama verschiebt sich ebenfalls nochmal um 1,5h - Ursache unklar. Inkl. Zeitverschiebung landen wir Samstag Abend gegen 18:00 in Panama City. Bei der Immigration treffe ich meinen Buddy vom Cocos-/Malpelo-Trip und wir schieben uns zu dritt langsam voran. Nur beiläufig erwähnt Sie, dass Sie noch nach einem Taxi schauen muss, da Sie das Hotel selbst gebucht habe für die 1 Zwischennacht und daher auch den Transfer selbst organisieren müsse. Aha. Naja, bei mir wird's schon so sein wie bei Cocos-/Malpelo. Da war ja alles organisiert. Sicherheitshalber ein kurzer Blick auf den Voucher, und mein Puls springt höher als Dirk Nowitzki wenn er wieder zum Dunk ansetzt. Nix ist organisiert. Kein Transfer UND auch kein Hotelzimmer. Geil. Na über Weihnachten ist ja bestimmt alles leer, haha. Während die Immigration-Schlange sich schrittweise nach vorne quält, ziehe ich mir schnell einen Internetpass auf mein Handy und suche unser Hotel in einem Buchungssystem. Und tatsächlich gibt es durch den glücklichen Umstand, dass es doch etwas außerhalb von Panama liegt, noch freie Zimmer. Und das sogar zum halben des sonst üblichen Preises. Dieses Problem wäre doch zumindest gelöst. Taxi wird sich schon auch eins finden. Blick nach vorn, ab jetzt wird es besser! Dachte ich wimmernd. 

Und nachdem es schlimm war, wurde es noch schlimmer...
Koffer für Koffer rollt an uns vorbei. Das übliche Spiel. Mit abnehmender Anzahl wartender Passagiere steigt der Puls und Blutdruck proportional. Da, unser erster Koffer. Und dann fährt mir plötzlich die Durchsage tief ins Mark: "Stefan Liphardt" please come to info point. Da wird mich wohl kaum der Weihnachtsmann sprechen wollen. Nein. Koffer Nummer zwei ist in Madrid geblieben. Ausgerechnet das Tauchgepäck, dass ich noch im Flieger in Madrid gesehen hatte. Man konnte sich sehr schnell zusammenreimen, dass das bedeutet wir werden die Tauchsafari ohne unser Gepäck absolvieren müssen. Das Gepäck kommt frühestens 24h später an. Am liebsten wäre ich einfach umgedreht und zurückgeflogen. Mit Aussicht ohne eigenes Tauchgepäck bei Starkregen auf einem wild schaukelnden Boot keine Hammerhaie zu sehen, im Kopf bereits beschlossene Sache. Im Hotel angekommen beginnt das verzweifelte recherchieren nach einer Möglichkeit evtl. das Gepäck doch noch zu bekommen bzw. bereits zu versuchen Ersatzequipment zu besorgen. Aber da passt natürlich der Heilige Abend und der kommende 1. Feiertag wie die Faust aufs Auge. Kürzen wir es ab. Den gesamten folgenden Tag wurde es ein Nervenspiel Leihequipment zusammenzubekommen und zu prüfen ob evtl. doch das Gepäck noch kommt. Es wurde nichts. Die Internetseite von Iberia funktionierte beim Baggage-Reclaim nicht und nach unzähligen Telefonaten war zwar das Gepäck in Panama, mehr ging aber auch nicht. Ersparen wir uns alle kleinen Details und Verästelungen dieser Storylinie. 

Und nachdem es noch schlimmer war, wurde es nochmal viel schlimmer.
Nach dem Abendessen ging es los in Richtung Malpelo. Und zwar exakt 60 Minuten lang. Dann mischte sich ein leicht öliger Geruch in die abendlichen Abgase und der Farbton schlug von hell- in rabenschwarz um. Umkehr in den Fluss und Sergio's ( Der Maschinist) Wunderhände mussten ran. Ironie der Geschichte im doppelten Sinne: Zum einen hätte ich mit diesem Wissen in Panama mein Gepäck entgegennehmen können und nachfahren. Zum anderen könnte hier, trotz aller vorherigen Klippen die man irgendwie umschifft hat, die Reise doch ihr vorzeitiges Ende finden.
An diesem Punkt der Geschichte nicht wild schreiend Amok gelaufen zu sein, rechne ich mir noch heute hoch an.

Malpelo
Endlich, es wird besser...
Und zwar fahren wir am nächsten Morgen wieder. In etwa gegen 5 Uhr springen die Motoren an und wir starten endlich  auf den Weg Richtung Malpelo. Wir quälen uns langsam durch die zum Glück noch recht ruhige See. Gegen Mittag sieht man immer noch Land. Ich hätte darauf getippt, dass wir den ersten Tauchtag komplett verlieren, aber ich liege glücklicherweise daneben. Gegen frühen Nachmittag des Folgetags erreichen wir Malpelo und können zu einem ersten Tauchgang noch ins Wasser. 
Die Leihausrüstung funktioniert halbwegs und  an La Nevera finden sich bei 26 Grad Wassertemperatur, guter Sicht und mittlerer Strömung auch die ersten Hammerhaie ein. Endlich geht es los wofür wir hier sind. 
Am folgenden Tag geht es dann auch endlich in den 3 Tauchgänge-Rhythmus.  Die gute Sicht bleibt am nächsten Morgen im Aquarium erhalten. 
So erstreckt sich der gigantische Mullet Snapper-Trichter für das eigene Auge von der Wasseroberfläche bis in die Untiefen des Pazifik. Mitunter sind wir auch gerade deshalb hier. Aufgrund der leider nur noch selten anzutreffenden Massen an Fisch in dieser Welt. Hammerhaie machen sich hingegen noch rar. 




Die drei Musketiere beginnen wir mit D'Artagnan. Mit exzellenter Sicht treffen wir auf die relativ ortstreue Gruppe Adlerrochen, diesmal in etwa 12 Stück. Und auch an D'Artagnan findet sich eine große Gruppe Mullet Snapper. So langsam tasten sich auch die Hammerhaie heran. Sie bleiben zwar an der Sichtgrenze, doch man erahnt zumindest dass dort eine größere Schule unterwegs ist.  Sie sind also folglich in der Region. Der Nachmittagstauchgang führt uns in den Süden, an El Bachon. Doch es zeichnet sich bereits ab, dass die saisonale Regel für Malpelo auch diesmal recht behält. In den Wintermonaten konzentriert sich die Hammerhaiaktivität in den Norden. Klar finden sich auch im Süden hin und wieder welche ein, doch maximal in Gruppengröße.
 

Zahltag!
Das Jahr neigt sich langsam dem Ende entgegen und am 29.12., unserem dritten Tauchtag, starten wir morgens an La Nevera. Spät finden sich Hammerhaie ein. Wieder ist es erst beim Safety Stop als nennenswerte Mengen an Sicheln unter uns durchziehen, zum filmen komplett ungeeignet. Nun ja, also unternehmen wir unseren zweiten Versuch an Cast Away. Im November haben wir hier noch kurz einen Walhai gesichtet, mal schauen ob wir hier auf Hammerhaie treffen.  
Und ohne einen großen Spannungsbogen einbauen zu wollen: Hier und jetzt war Zahltag! Der Tribut für eine nervenaufreibende Anreise zahlte seine ersten Zinsen aus. Jeder sucht für sich einen kleinen Platz in den Felsen auf ca. 25m Tiefe. Bei ca. 20-25m Sicht beginnen die Hammerhaie sehr schnell einzukehren. In großen Gruppen ziehen sie direkt vor den stetig größer werdenden Augen vorbei. Entspannt und hautnah. Majestätischer Anblick, man hätte schier endlos verweilen können.


Zum Tauchgang 3 geht es erneut an D'Artagnan. Doch von der gestrigen hervorragenden Sicht ist nicht viel übrig geblieben. Hammerhaischulen schweben immer wieder vorüber, doch bei einer Sichtweite von ca. 10-15m bleibt der Großteil verdeckt. Im Großen und Ganzen spielt auch das Wetter mit. Zwar ist es leider häufig bewölkt und regnet auch ab und an, Wellengang und die Bewegung des Bootes halten sich aber in erträglichen Grenzen. Ich verzichte sogar zeitweise auf meine Übelkeitspflaster. 



Jahresendspurt. 30.12.! Bacho del Monstro zum Start in den Tag. 
Und mit dem Sprung ins Wasser beginnen unsere zwei Mädels recht schnell mit den Armen zu fuchteln. Ein Manta! Ein recht großer pazifischer Manta mit ca. 4-5m Spannweite gleitet uns am Riff entgegen und umkreist uns mehrere Male ehe er von dannen zieht. Malpelo ist nun wahrlich nicht bekannt für seine Manta-Sichtungen. Damit ist der Tag eigentlich schon im Soll. Angestachelt vom Beginn vermag der restliche Tauchgang den Spannungsbogen nicht zu halten. Wieder trauen sich die Hammerhaie erst mit unserem Safety Stop an uns heran. Wieder ziehen große Mengen unter uns hindurch, na wartet...
 
Wir versuchen den gestrigen zweiten Tauchgang zu wiederholen und gehen somit erneut an Cast Away. Und es reihen sich erneut viele weitere Szenen mit sensationellen Hammerhaiaufnahmen aneinander.
Als Sahnehäubchen schiebt wieder ein Manta über uns hinweg. Wenn man das Glück erst einmal davon überzeugen konnte auf die Dunkle Seite der Macht überzutreten, dann läuft es auch =)
Dann geht es an die Kathedrale. Während des Cocos/Malpelo-Trips aufgrund der starken Brandung an den drei Musketieren überhaupt nicht betauchbar, sind diesmal die Bedingungen annehmbarer. Wenn auch die Sicht mit 20m nicht ihren besten Tag erwischt. Weiterhin steht die Kathedrale voll mit Fisch. Langsam schiebt man sich durch die enge Felsspalte voran, argwöhnisch beäugt von Schnappern und Makrelen. Mit dem Austritt auf die Nordseite beginnt Sichelaktivität. Wir schieben uns gegen die Strömung langsam an der Riffkante entlang und werden umspült von Hammerhaien. Allein die Sichtweite ist und bleibt bescheiden. 

Jahresfinale. Und könnte man das Jahr schöner beschließen als beim tauchen? Und das noch mit 4 Tauchgängen? Wohl kaum... 
Und so starten wir am Altar de Virginia. Üblicherweise gewählter Check-Tauchplatz, da direkt an der üblichen Ankerstelle des Bootes gelegen im Nordosten. Doch zu dieser Jahreszeit finden sich auch hier viele Gruppen an Hammerhaien ein, die sich auf dem großen Arena-Areal bei 10m tummeln. 
Und auch an den tiefer gelegenen Putzerstationen kehren regelmäßig Hammerhaie ein. Da rückt es schon fast in den Hintergrund das ebenfalls eine Schildkröte und ein Adlerrochen entspannt auf dem Gelände flanieren.

D'Artagnan hebt sich wieder durch mieserable Sicht hervor, aber was will man meckern wenn sich schon wieder ein Manta einfindet? Eben. Nix!
Auch Aquario macht uns den Jahresausklang eher schwer. Es gibt die Mullet Snapper zu bestaunen, dann ist der gehobene Anspruch schon eher enttäuscht vom restlichen Tauchgang. So geht es nochmal hoffnungsfroh in den letzten Tauchgang des Jahres an Nevera. Aber auch hier dominiert von mieser Sicht und auch bereits zu dunkel. 2-3 Hammerhaie sind zu erblicken, erzeugen jedoch nicht mal einen kleinen Reflex die Kamera zu heben.

Wir lassen das Jahr bei einem schönen gemeinsamen Abendessen ausklingen und liegen pünktlich um 21:00 totmüde im Bett und schlafen :-)

Neues Jahr, neues Glück. La Ferretteria. Die Sicht haben wir leider aus dem alten Jahr mitgenommen. Aber die Ferretteria weiß durch Unmengen an unterschiedlichen Schwarmfischen abwechslungsreich zu glänzen. Jacks, Bonitos, Snapper, yellow fin Tuna, Mullet Snapper, Rainbow Runner u.v.m., alle erscheinen zum Start in das neue Jahr. Und das Muränennest existiert weiterhin. Alles drängt sich dicht an dicht. 
 

Wir verweilen den Vormittag im Süden und schließen La Gringa an, die Bedingungen lassen es zu. Die Sicht ist bei 20-30m auch soweit gut und vor dem Felsdurchbruch kreisen bereits die Jacks, begleitet von mehreren Adlerrochen. 
Am Höhleneingang hat ein Zackenbarsch mittlerweile gelernt sich in den aufsteigenden Luftblasen zu putzen. Dann geht es hindurch und die ersten Hammerhaie lassen sich 2017 blicken, mehr aber auch nicht. Also setzen wir zum dritten Tauchgang wieder auf Cast Away. Und der Tauchplatz bleibt auf diesem Trip eine Bank. Hammerhaie sind direkt mit dem Sprung ins Wasser um uns herum und verweilen den gesamten Tauchgang in der Gegend. Erwähnt werden soll ebenfalls eine bereits recht alte Schildkröte, die mir mal netterweise ins Bild schwimmt.




Den 02.01. beginnen wir wieder mit der Bank. Wir starten an Cast Away. Und es wurde erneut ein schlichtweg atemberaubender Tauchgang, man könnte damit beginnen sich den Hammerhaien persönlich vorzustellen. An diesem Morgen setzen wir unseren Weg dann nordwestlich fort und erreichen am Ende den Tauchplatz Cara del Phantasma. Auch hier sind Unmengen an Fisch bereits unterwegs. Von links nach rechts, von rechts nach links: Wir werden ständig überholt. Die Schule Barracudas steht diesmal auch standorttreu an Ort und Stelle. 



Zum Mittag erhoffen wir uns am Ausgang der Kathedrale nochmal den großen Schwung Hammerhaie anzutreffen, wie beim letzten Mal. Doch sind sie zwar da, aber die Sicht ist wieder recht mies und sie bleiben noch ein paar Meter weiter entfernt von uns. Dafür haben wir das Glück die Adlerrochen, diesmal in etwa 10 an der Zahl, zu kreuzen.  
Ausklingen lassen wir den Tag an Cast Away und Bacho del Monstro. Ja, so langsam wird die Tauchplatzauswahl recht eintönig. Aber die Hammerhai-Aktivität lang ganz klar im Norden, um die drei Musketiere war die Sicht jedoch nicht sehr besonders. So konzentrierte es sich für uns meist auf das Dreieck Cast Away - Bacho del Monstro - Altar de Virginia. 


Leider sind bei den bisherigen Tauchgängen bereits einige Superlative gefallen so schreibe ich nun zwangsweise in das Problem hinein, dass mir für diesen Tauchtag schlichtweg die Worte fehlen. Natürlich starten wir am Altar. Und positionieren uns am Kreuz zwischen Ende Plateau/Übergang Riff jeweils hinter kleinen Felsen und die Hammerhaie können uns ungehindert passieren in das Plateau hinein. Man konnte sich schlicht nicht satt sehen. 
In den wenigen Szenen ohne Hammerhaie hatte sich die übliche Tierwelt bereits so an uns gewöhnt, dass Sie nicht mal Interesse oder Scheu heuchelte. Weder den Adlerrochen hat es gestört, dass ich ihn seinen Fressplatz ausleuchte wie einen Festplatz, noch der Oktopus. 

 

Um zumindest etwas Abwechslung auf den Tagesablauf zu bringen wollen wir zumindest einmalig den Versuch wagen zum Schildzahnhai hinabzusteigen am Bacho del Monstro. Er liebt die kalten Gewässer und verbleibt meißt in den Tiefen jenseits der 40m um das Bacho del Monstro herum, da dieser Tauchplatz zwar über ein tiefes Plateau bei 45-60m verfügt, dann aber nochmals steil und weit unter die 100m-Marke abfällt. Also statten wir uns mit Luft aus und steigen zu dritt hinab. 40m reichen vollkommen aus, dann sind wir bereits unterhalb der Sprungschicht in 16 Grad kaltem Wasser und die Sichtweite reißt auf wie die Wolkendecke nach einem kurzen Regenschauer. Man konnte schier endlos sehen. Zwar stellte sich nirgends ein Schildzahnhai ein, dafür prasselte es von oben Hammerhaie. Hunderte von Tieren zogen direkt über uns hinweg und boten ein Schauspiel fürs Leben. Selbst während des Austauchens kehrten Sie immer wieder zu uns ein. 
 
Also mussten natürlich auch die Tauchgänge drei und vier des Tages am Bacho del Monstro gemacht werden. Und sie sind schlicht nicht in Worte zu fassen. Am folgenden Tauchgang finde ich eine Einbuchtung im Riff in die ich mich perfekt auf Stein hineinsetzen kann und der Film ging ab. Am Ende ging es sprichwörtlich mit den letzten Atemzügen nach oben, die Hammerhaie hörten nicht auf vor uns zu kreisen. 
Tauchgang 4 stand der Show nur ganz minimal nach. 


Und so kommen wir bereits zum vorletzten Tauchtag, den wir wie selbstverständlich am Altar beginnen. Na klar, an den bereits ins unermeßlich gestiegenen Ansprüchen und Erwartungen musste es ja irgendwann einmal einen kleinen Knick geben. Heute Morgen waren es leider "nicht ganz so viele Hammerhaie" wie gestern. 
Damit soll aber auch bereits genug gemeckert sein. La Nevera beschert uns dann nochmals eine Referenz, nahezu kein Hammerhai lässt sich hier finden. Tauchgruppe zwei der Yemaya hat meißt hier ihren ersten Tauchgang des Tages gemacht und berichtet ebenfalls von Unmengen an Hammerhaien, die sich dort morgens eingefunden hätten.
Zum Ausklang nochmal Bacho und neben den Hammerhaien erhaschen wir erneut den Anblick eines unter uns vorbeigleitenden Mantas. Allerdings zog er auf ca. 50m unter uns vorbei.

Am letzten Tauchtag braucht Bacho am Morgen etwas zum warm werden. Die Hammerhaie sind noch unterwegs. Dafür bildet sich direkt über mir ein netter Bonitostrudel. Dann zum zweiten ist glücklicherweise alles wieder "normal"! Hammerhaie vorne, hinten, unten, oben. Und seitlich natürlich auch. 
Unseren Abschluss feiern wir an Cast Away und erleben erneut ein spektakuläres Spektakel. Auf knapp 30m ist bereits die Sprungschicht und darunter spült schönes kaltes Wasser die Hammerhaie in Massen über mich hinweg. 



Hammerhaie in Massen werde ich wohl nicht mehr toppen können, mit diesem Trip gibt es nur noch die Hoffnung nochmals an einem ähnlichen Spektakel teilhaben zu dürfen. 
Und Oma ist vom Video auch begeistert, mir wurde verziehen. Der vielleicht größte Stein der mir vom Herzen fällt.
 
 

Sonntag, 12. März 2017

#Reisebericht: Cocos & Malpelo - Schatzjagd nach Hammerhaien


Ziel:           Costa Rica / Kolumbien
Tauchregionen:  Cocos & Malpelo
Tour-Operator:  MV Yemaya II / Tauchertraum
Reisezeitraum:  30.10. - 18.11.2016

Cocos aus dem Katalog - www.divecostaricaislands.com

Cocos&Malpelo. In einer Tour verbunden. Jeweils 7 Tauchtage. Das Angebot ist soweit einzigartig auf dieser Welt und wird nur extrem selten angeboten, diesmal zusammengestellt vom Tauchenthusiasten Michael Christ, Tauchertraum. 2 der 4 besten Tauchgebiete im Pazifik an der amerikanischen Küste werden in einem Rutsch angefahren. Cocos zur besten Tauchjahreszeit, Malpelo zur beginnenden Hammerhaisaison. Zusätzlich hat La Niña dieses Jahr wieder reichlich Haie nach Cocos gebracht, die letzten zwei Jahre sind wohl etwas mau gewesen aufgrund eines sehr warmen El Niño. Operiert wird auf der MV Yemaya von Coiba Dive Expeditions. Reisebeginn ist der Hafen von Golfito, Costa Rica, erreicht nach einer ca. 4h Fahrt von San José. 



Die Anreise:

Beruhigt durch hervorragende Windprognosen über windfinder und windguru gibt es jetzt Tatsachen. Die Werte konnte man komplett vergessen, und es würde eine sehr schauklige Überfahrt werden. Da bereits mein erster Trip nach Malpelo einer Achterbahnfahrt recht nahe gekommen ist, habe ich mir diesmal vorher Pflaster gegen Seekrankheit besorgt. Und Gott sei Dank hatte ich mir rein prophylaktisch doch ein Pflaster am Vorabend hinter die Ohren geklebt. 
Und es wurde schauklig, nicht ganz so krass wie in 2013, aber aus ca. 34-36h wurden 46. Hiobsbotschaft Nr. 2, mein Zimmergenosse schnarcht. Und zwar kein Laubsägenschnarchen, sondern Kettensägenmassaker. 



Tauchplätze Cocos Island


Gegen zwei Uhr nachmittags am übernächsten Tag erreichen wir Cocos. Im Regen. Es geht noch schnell zum Check-Tauchgang in der Chatham Bay. Die Sicht ist sogar noch sehr annehmbar mit knapp 20m. Ein entspannter Rifftauchgang zum eingewöhnen ohne besondere Highlights, einzig die hohe Anzahl an Weißspitzen fällt sofort auf. Wir hängen hastig auch noch den zweiten Tauchgang hinten dran. Es geht zum Dämmerungstauchgang nach Manuelita Outside. Vor uns ist die Hölle los. Jacks, Tunas, Mullet Snapper haben mit der Jagd begonnen. Und es mischen sich auch die ersten größeren Haie darunter. Es könnte sogar ein Tiger bereits dabei gewesen sein, aber es ist bereits zu dunkel um das zweifelsfrei feststellen zu können. 



Getaucht wird auf der Yemaya mit 16 Gästen in zwei 8er-Gruppen + Guides. Flasche & Equipment verbleibt über die gesamte Tour auf den beiden Tauch-Skiffs, die auch bei stärkerem Seegang noch recht ruhig durch die Wellen schneiden. Besonderheit in Cocos ist, dass die dortigen Nationalpark-Ranger die Tauchplätze zuweisen. Je mehr Boote also vor Ort, desto geringer die Wahrscheinlichkeit und Häufigkeit mit der man die Top-Plätze betauchen kann. Dazu zählt zweifelsohne Roca Sucia (Dirty Rock), Acyone und Manuelita Outside/Inside. Wenn du die berühmten Bilder über dich hinwegziehender Hammerhaie kennst dann sind sie mit hoher Wahrscheinlichkeit an einem dieser Plätze entstanden.



Unseren ersten kompletten Tauchtag starten wir in Punta Maria, einer Putzerstation für Großfisch. Und beeindruckender Weise sind bei guten Sichtverhältnissen um 25m 

ca. 10 Galapagoshaie vor Ort und lassen sich abwechselnd putzen. Es sind bereits auch drei Hammerhaie darunter. Deutlich erkennbar ist der Unterschied wenn die Sonne mal kurz den Weg durch die Wolken schafft und wenn Sie wieder dahinter verschwindet. 

Es folgt darauf Dirty Rock. Ähnlich ein bisschen Roca Partida. Gruppe 1 ist dort am Morgen gewesen und hatte einige Hammerhaie kreisend und immer wieder einkehrend. Wir erleben das gleiche Schauspiel, einzelne Hammerhaie kommen extrem nah. Dann plötzlich ergießt sich ein warmer Hammerhairegen über uns, der erträumte Anblick wird Realität. Sichel neben Sichel zieht über mich hinweg. Perfekte Aufnahmen minimal begrenzt durch kein perfektes Sonnenlicht bei ziemlicher Tiefe. 



Im abschließenden Tauchgang am Roca Vikingo geben sich Glas-,Kugel-,Igel- und Trompetenfisch die Klinke in die Hand, Haie bleiben abseits von Weißspitzen außen vor.



In Tauchtag 2 starten wir bei strömenden Regen von der Yemaya los in Richtung Süden und haben zumindest das Glück am Tauchplatz Submerged Rock Sonne zu haben. Allerdings ist die Sicht relativ schlecht und die Strömung ist auslaufend aus der Bucht. Am Split-Point findet sich ein Hammerhai, Jacks und sonstiger Fisch und auch ein paar nebensächliche Aufnahmen gelingen mir. Beim Auftauchen haben zwei wohl noch kurz einen Manta. 

Auch unser erster Versuch an Acyone bedarf Steigerung, auch wenn sich zugegeben bereits einige Hammerhaie sehr nah blicken lassen. Aber nach Dirty Rock an Tag 1 will das Sichelherz mehr! 

Zwischen dem Mittagessen und Tauchgang 3 bietet sich ein Zeitfenster um in Cocos an Land zu gehen. Mit den Skiffs geht es Richtung Land, doch obacht, man sollte darauf vorbereitet sein bis zum Oberkörper ins Wasser zu müssen und dann aber wieder an Land festes Schuhwerk zu haben. Ich bin lediglich mit um mal wieder kurz Land unter den Füßen zu haben und einen Blick ins WLAN zu riskieren. Während ein Teil der Gruppe die Inselwanderung mitmacht (die wohl ziemlich matschig durch die vielen Regenfälle gewesen ist) schaffe ich es noch rechtzeitig zurück zum dritten Tauchgang des Tages. 
Auch wenn mir im Nachhinein sowohl der Platz als auch irgendwelche Highlights nicht mehr einfallen wollen. Halt, doch. Es gab einen Bärenkrebs. Der war cool. Genau, am Weston Bay. Oder so...



Am 3. Tauchtag geht es abends zum ersten Nachttauchgang ins Wasser. Ein wahres Spektakel. Zum filmen aber extrem schwierig da alles wild durcheinander wuselt und selten an einem Platz bleibt. Und jede Menge Sand macht eine gescheite Ausleuchtung extrem schwierig. Zugegeben es ist eine echt eindrucksvolle Show, aber sich auf die Suche nach den sonstigen Riffbewohnern zu machen die den Tag meiden ist fast unmöglich, zu viele Jäger schwirren umher. Sogar ein Galapagoshai findet sich kurz ein.




An Tauchtag 4 werden die Bedingungen schwieriger. An Dirty Rock haben wir die Sonne eher im Rücken bei auslaufender Strömung und finden "nur" vereinzelte Hammerhaie, klar die Ansprüche steigen mit. 

Dafür finden sich mehrere Marmor-Stachelrochen. Insgesamt wimmelt es nur so in Cocos von Stachelrochen. Es gibt sensationelle Aufnahmen der Undersea Hunter Group die in etwa zur gleichen Zeit in Cocos gewesen sind und bei einem Tauchgang zig Rochen im Vorbeiflug bestaunen konnten. 

Mit den nachfolgenden Tauchgängen an Manuelita Inside, Outisde und am Kanal zur Hauptinsel werden die Bedingungen weiter schlechter. Wolken und Regen nehmen das Licht von oben. Viel Plankton tut sein übriges, das Wasser ist teilweise richtig grün und arschkalt mit 22 Grad, ja für mich ist das kalt! 


Dennoch hatte das Riffgebiet von Manuelita einiges zu bieten. Ich stolpere über zwei Frogfische und über den leicht abfallenden Sand schleichen sich immer wieder Hammerhaie ein...




Mit dem 5. Tauchtag stellt sich glücklicherweise wieder etwas Besserung ein. Und an einer Putzerstation am Dirty Rock kehren von allen Richtungen regelmäßig Hammerhaie ein. 
Während des Aufstiegs durchkreuzen wir eine imposante Schule Jacks. Und selbst die Wand Hammerhaie lässt sich blicken, nur bei diesen Sichtbedingungen war ich leider am falschen Ende der Gruppe. 


Am nachfolgenden Tauchgang in Punta Maria spielen die Gezeiten mit uns PingPong. Ein kleiner und scheuer Oktopus hat bei diesem Gekachel wohl ebenso wenig Lust auf Bewegung und verweilt glücklicherweise mit uns in der Nähe des Aufstiegsseils.

Auch an Manuelita Channel ist die Sicht leicht verbessert wobei es wieder in Strömen regnet. Es finden sich einige einzelne Hammerhaie und von links schwimmt wohl auch  zweimal ein Tiger an, ich befinde mich leider rechts der Gruppe. 
Bei den Sichtweiten bleibt dann doch wenig Chance. Dann schwimmt ein Tigerhai über uns hinweg. Und es kommt noch einer aus dem suppigen Grün in unsere Richtung und zieht ruhig direkt vor mit vorbei. Im Kanal lässt erneut eine große Schule Jacks sich das Wasser um die Nasen spülen. Abschließendes Highlight bildet der größte Rochen der mir jemals über den Weg geschwommen ist, 2,50m Durchmesser! Ungelogen!




Endspurt in Cocos bevor es zur Überfahrt nach Malpelo geht. 

Acyione glänzt mit annehmbaren Sichtweiten um 25m und einer großen Gruppe Hammerhaie von 40-50 Stck. die in etwa ab Mitte des Tauchgangs sichelförmig über uns hinweggleiten. Und kurze Zeit später drückt die Strömung einen Schwarm Mullet Snapper über unseren Tauchplatz. Ich beginne meinen Aufstieg in ihrer unmittelbaren Nähe und auch die Hammerhaie bemerken Sie und stoßen immer wieder durch die Snapper hindurch und umkreisen sowohl mich als auch die Snapper. Wenn nur etwas mehr Licht für gute Filmaufnahmen gewesen wäre...

Auch an Dirty Rock gehen Filmaufnahmen in den Kasten von Hammerhaien die sich eindeutig nah genug für Porträtaufnahmen eignen. 

Am Lobster Rock verbringen wir den Tauchgang spielend mit einigen schönen Marmorstachelrochen. Und das Highlight des Tauchgang ist ein Silver Tip.



Im abschließenden Nachttauchgang (Punta Ulloa) gibt es wieder ohne Ende White-Tip-Power-Show gemischt und angerührt mit ein paar netten Rochen und frei umherschweifenden Langusten. 




Zum Abschluss geht es nochmal an Acyione. Da wir anschließend aufbrechen wollen bereits um 06:30. Es ist stark bewölkt, es hat ordentlich Welle und Licht ist insgesamt noch nicht stark vertreten. Es finden sich einige Hammerhaie ins Riffplateau ein, die große Schule bleibt aber etwas weiter abseits und schemenhaft. Die Mullet Snapper sind wieder da und werden auch diesmal wieder von einzelnen Hammerhaien umkreist und durchstoben. 

Und auch zum weiten Tauchgang geht es wieder an Dirty Rock. Es findet sich eine Schildkröte und auch zum Abschluss sind wir sofort wieder von Hammerhaien aus allen Richtungen umgeben. Selbst die Schule lässt sich nochmal blicken, ist aber einen Tick zu weit weg. 

Und zu guter Letzt nochmal Manuelita Outside. Wieder Regen. Wieder knapp 10-15m Sicht. Aber die Hammerhaie sind da, dementsprechend nahe. Zunächst tummeln Sie sich auf 30m um uns herum. Dann steigen wir leicht auf und die Hammerhaie mit. Und hinter uns ist zum Riff genügend Platz so dass Sie letztlich auch über uns hinwegschweben. 



Somit ist Cocos leider schon vorüber. Wir begeben uns auf die Überfahrt nach Malpelo. Kalkulierte 40h werden erneut wieder zu ca. 46h. Wobei die Überfahrt mit halber Welle recht ruhig ist. Selbst die Sonne lässt sich mal über eine längere Periode blicken. Und wir erreichen Malpelo auch zumindest rechtzeitig für 2 Tauchgänge. 



Tauchplätze Malpelo, www.tauchertraum.de



Los geht's an den drei Musketieren. Spezifischer an D'Artagnan. Bis 8m Tiefe reicht das Blauwasser. Dann wird es grün und die Sicht sinkt auf 15m. Einige Hammerhaie, aber weit entfernt und dann in Richtung Aramis und Portos gekreuzt. Ein Schwarm Pompanos  und ein Schwarm Yellow Fin Tunas lässt sich finden, am Safety Stop patrouillieren Wahoos.

Zum zweiten Tauchgang ruft La Nevera. Mit einer DER Plätze für Hammerhaisichtungen. Doch auch hier ist die Sicht eher begrenzt. Ein paar aufdringliche Galapagoshaie. Die Hammerhaie bleiben eher entfernt. Erst im Blauwasser passiert eine größere Gruppe unter uns hindurch. 




Ich wünsche mir für den nächsten Morgen direkt das Aquarium. Und wie es manchmal eben so ist gibt es Momente bei denen alles passt. Mit unserem Sprung ins Wasser trifft auch ein Walhai am Tauchplatz ein und beginnt zu kreisen. Bei der ersten Runde werde ich etwas mit der Strömung mitgezogen und muss mich etwas ans Abstiegsseil des Tauchplatzes zurückkämpfen. Ich beschließe etwas am Seil zu verschnaufen. Und als wolle sich der Walhai Vergewissern dass es mir auch gutgeht und dreht seine zweite Runde direkt in mich hinein. Insgesamt ist die Sicht auch recht gut und das Aquarium ist voller Fisch.
Bonitos, Dog Snapper, Rainbow Runner und ein paar vereinzelte Hammerhaie finden sich auch ein. Zum Austauchen begleiten uns bereits drei Silkies. 


Wir verbleiben im Norden Malpelos und tauchen nun Cast Away. Und was soll man sagen? Während wir so am Riff entlang dümpeln mit Oktopus, Razor Doktorfischen und Yellowfin Tunas rauschen wir in den nächsten Walhai herein.  Man mag sein Glück kaum fassen. Beim Safety Stop wieder drei Silkies. 
Zum abschließenden Tauchgang an Casa de Phantasea sei nur erwähnt dass die Barracudas gewohnt an Ort und Stelle auf uns gewartet haben. 





Mit Heavens Door geht es in Tag 3. Da es am Morgen noch im Schatten liegt und auch grundsätzlich die Sonne sich nicht zeigen will bleibt es eher dunkel. Wobei die Sicht gut ist und am leicht abfallenden Riff mit der Strömung immer wieder Hammerhaie ihren Weg zu uns finden. Für gute Filmaufnahmen jedoch zu schlecht. Auch Galapagoshaie und Adlerrochen lassen sich immer wieder sehen. Sogar eine größere Schule Hammerhaie ist da, bleibt aber an der Sichtkante.


Das darauf folgende Aquario bleibt eher unspektakulär, wieder finden sich einige Silkies beim Safety Stop. Dann kommt die Ferreteria. Ins Deutsche übersetzt:  der Eisenwarenladen. Aufgrund seiner wohl riesigen Schulen wenn die Hammerhaie im Süden sind. Bei diesem Tauchgang hat es eher etwas von Ostsee. Ordentlich pfeffert es über die Boje hinweg und wir müssen am Seil herunterkraxeln. Das wird belohnt durch eine erneute Sichtung eines Walhaies der aber bereits wieder auf der Abreise ist. Sonst bleibt es bei grüner Sicht. Aber die Muränen tummeln und türmen sich wie gewohnt an Ort und Stelle übereinander. Mit dem Drift ins Blau finden sich dann doch noch Hammerhaie. Aber wieder komplett unmöglich zu filmen. 



Weiterhin verliere ich über das Wetter wenige Worte. Es steht meißt eine ordentliche Welle am Boot. Strömung und Wind drehen das Boot immer wieder quer zur Welle, Sonne gibt es selten. Meißt bestimmen Wolken oder sinnflutartiger Regen die Gesamtwetterlage. So auch an Tauchtag 4 der am Bajo del Monstro beginnt. Ein runder Riffkomplex dessen Riffdach auf 5m liegt und anschließend seitlich abfällt auf Tiefen jenseits der 40m. 
Zu Beginn des Tauchgangs nehmen wir noch etwas Sonnenschein mit, tausende Glasfische bevölkern das Riffdach. Wenig Strömung macht das bewegen leicht, Großfisch ist aber auch außer Haus. Die Sonne ist ebenfalls binnen Minuten wieder verschwunden. 

Kurz vor Mittag versuchen wir die Cathedral an den drei Musketieren. Nur betauchbar wenn wenig Schwell um die drei Musketiere herrscht. Andernfalls wird die Cathedral schnell zur Waschmaschine und unberechenbar.  Bereits von der Oberfläche sieht es eindeutig nach Waschmaschien statt nach Cathedral aus und so weichen wir an D'Artagnan aus. 
Und auch hier scheppert die Strömung nur so auf den Fels. Alle Jacks sind zu Hause, niemand spielt vor der Tür. Sie türmen sich dicht gepackt von der Oberfläche bis auf 40m dicht über- und nebeneinander. Nur kurzzeitig ihre Formation öffnend um unsere Blasen hindurchsausen zu lassen. Wieder schieben wir uns auf dem Sand in Richtung Aramis und Portos. Hammerhaie passieren. Gefolgt von Mullet Snappern und Bonitos. Den Safety Stop verbringen wir im Intercity auf 5m Richtung Norden. 1-2 Silkys nehmen neben uns Platz. 50min um und die ersten verlassen das Wasser. Wir sind noch zu dritt und es wird wieder eine weitere Episode "Dive much - See much" geschrieben. Es werden plötzlich immer mehr Silkys. 
Erst kommen immer mehr Kleingruppen bis 10 Tiere, dann folgen ganze Schwälle. Kurz bevor auch wir das Wasser verlassen und bereits an der Oberfläche treiben befinden sich geschätzt 100 Silkys um uns herum. So in etwa ist Malpelo also zur Silky Season. Elektrisiert steige ich aus dem Wasser. Der wieder einsetzende Regen sorgt allerdings prompt für Abkühlung.   

Zwischen den beiden Tauchgängen muss die Besatzung der Yemaye leider ein illegales Fischerboot verjagen dessen Leinen in den Nationalpark hereintreiben. Für zwei Yellow-Fin Tunas kommt die Hilfe zu spät. Aus meiner persönlichen Sicht liegt hier wahrscheinlich auch die Ursache in der Präsenz der Silkys. Das Fischerboot hat Sie mit in die Region gebracht, angelockt durch die toten/verletzten Tunas. 
 


Denn so sehr das illegale Fischen zu verurteilen ist muss man wohl zugestehen dass dies die Ursache für einen weiteren unvergesslichen Tauchgang an "La Nevera" ist. Auch hier treiben noch Langleinen herein und wir tauchen dicht am Felsen ab. Bis zur Mitte des Tauchgangs bleibt es unspektakulär, dann zeigt sich eine Schattenwand. 
Aber es sind keine Hammerhaie, es sind Silkies. Wir befinden uns in etwa auf 5-10m und werden die nachfolgenden 40m von Silkys umkreist und angeschwommen. Spektakulär. Jedoch bekommen wir auch live mit wie sich ein Silky an einem Haken verfängt und wir Ihn losschneiden müssen.   
Ja und auch der frische Yellow-Fin Tuna hat umwerfend geschmeckt, das muss ich eingestehen. 
 


 
In Tauchtag 6 starten wir entspannt. Am Altar de Virginia. Es gibt jedoch auch nichts nennenswertes zu berichten. Am Aquario wird auch erst wieder das Blauwasser spannend, denn diesmal kreisen zum Safety Stop eine große Anzahl Hammerhaie unter uns. 
Dem folgenden Cast Away casten wir mal ganz schnell away und da wir an Tag 1 ja nur 2 Tauchgänge machen konnten folgt heute noch ein vierter, erneut an La Nevera. Aber auch dieser reiht sich gefügig in die unspektakulären Tauchgänge des Tages ein.  

Tauchtag 6 startet im Süden am "Bachon". Nein, zu starke Strömung. Dann eben zur Feretteria. Nein, zu starker Schwell. Na dann zurück und ab ans Cara del Phantasea. Und hier kommen auch ein paar Hammerhaie ganz nett ran und mit der Strömung driften wir noch am Bache del Monstro vorbei und beenden den 1. Tauchgang. Aus Mangel an Alternativen geht es wieder zu "La Nevera". Doch auch hier schieben uns ca. 5m Schwell nur so im Kreis umher. An eine feste Position um auf Hammerhaie zu warten ist schlicht nicht zu denken. Die eintreffende größere Gruppe bleibt folgerichtig auf Abstand. 



Beenden wir den Tag an den 3 Musketieren. Durch Schwell und Strömung passt der Drop nicht 100% und es wird bei mieser Sicht ein Freiwasserabstieg in rasanter Geschwindigkeit auf etwa 36m. Rechtzeitig vor dem Einschlag in den Sandboden noch abbremsend robben wir uns anschließend vorwärts. Wir finden einen Teil der standorttreuen Adlerrochengruppe doch der Tauchgang schleift lediglich die Tauchfertigkeiten, für Genießer war das wieder nix. 




    Der Abschluss dieser langen und intensiven Tauchreise beginnt an La Gringa, es folgt El Bachon und wir schließen in La Nevera ab. Schön dass der Süden dann doch noch zu betauchen gewesen ist. Der Durchbruch namens "La Gringa" ist schlicht weg ein beeindruckender Tauchplatz. 
    Am Ausgang erwarten uns bereits unzählige Mullet Snapper. Und La Nevera gönnt uns zum Abschluss noch einzelne sehr nahe Hammerhaie bevor wir letztlich dann doch aus dem Wasser steigen müssen.


    Fazit:
    Das waren 3 intensive Wochen Cocos&Malpelo. Die Wetterbedingungen musste man in diesem Rahmen erwarten. Es ist Regenzeit in Mittelamerika. Und nachdem Cocos laut Erzählungen in den letzten zwei Jahren etwas mit Haisichtungen gegeizt hat konnte man bereits in den Berichten zu Saisonbeginn lesen dass sich die Hammerhaie wieder einfinden. Und mit dem Beginn der Hauptsaison ebenfalls auch die größeren Schulen die Cocos berühmt gemacht haben. Wir hatten in Cocos fast keinen Tauchgang in dem wir keinen Hammerhai gesehen haben. Schnell lechzte das Herz nach den großen Schulen und sehr nahen Sichtungen. Tigerhaie waren auch dabei. Viel Riffleben und eine immense Anzahl an Marmorrochen. Cocos hat mir sehr gut gefallen. In Malpelo muss man festhalten dass wir für die Saison sehr atypisch viel Glück mit drei Walhaien und den zwei Silky-Tagen hatten. Die Hammerhaie waren deutlich weniger und scheuer im Vergleich zu Cocos. Dafür die gigantischen Fischschwärme schlichtweg atemberaubend. Und für Hammerhaie in Malpelo gibt es ja im Dezember eine weitere Chance =)